Rechenschwäche [RS]

Unter einer Rechenschwäche sind erhebliche und lang andauernde Schwierigkeiten beim Verstehen, Erlernen und Anwenden mathematischer Grundlagen zu verstehen. Die Rechenleistungen der Betroffenen liegen unterhalb der intellektuellen Fähigkeiten. Zu beobachten ist ein fehlendes mathematisches Verständnis, insbesondere für Zahlen und Mengen. Rechenoperationen werden oft zählend oder mechanisch bewältigt, aber nicht durchdrungen. Das Anfertigen von Mathematikaufgaben dauert unangemessen lange und häufig wird alles vermieden, was mit Rechnen im Zusammenhang steht.


Bei einer Rechenschwäche kann Folgendes beobachtet werden

  • räumliches und/oder zeitliches Vorstellungsvermögen ist schwierig
  • mangelndes Verständnis für Mengen und Zahlen
  • anhaltendes Rechnen mit den Fingern oder gedankliches Zählen
  • Unverständnis/Unklarheit beim Stellenwert und Zahlenaufbau
  • Zehner und Einer werden vertauscht (85 statt 58)
  • Probleme bei den Zehner- und Hunderterübergängen
  • Rechenoperationen werden nicht verstanden, sondern rein mechanisch durchgeführt
  • Rechenarten werden verwechselt
  • Transferleistungen können nicht erbracht werden
  • Merk- und Speicherschwierigkeiten, besonders bei Aufgaben mit Zwischenergebnissen und beim Kopfrechnen
  • Abneigung gegen Sachaufgaben, Unverständnis bei Fragestellungen und Antworten sowie beliebiges Anwenden von Rechenoperationen
  • Umgang mit Größen (Geld, Gewicht, Länge, Zeit) gelingt rechnerisch und im praktischen Alltag kaum

So fördern wir

In unsere Arbeit beziehen wir aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und in der Praxis bewährte und erprobte Förderkonzepte ein.

Wir ermitteln zu Beginn die Lernausgangslage, erfassen den Stand des mathematischen Wissens sowie die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Schwächen. Dieses dient uns als Grundlage für die Förderung, die sich am individuellen Kenntnisstand und nicht am aktuellen Unterrichtsstoff der Schule orientiert.

Unsere Förderung beinhaltet u. a. den schrittweisen Aufbau der mathematischen Kompetenz, die Entwicklung eines richtigen Mengen- und Zahlbegriffs sowie das Erreichen eines sicheren Operationsverständnisses. Wir setzen systematisch aufgebaute Anschauungs- und Übungsmaterialien ein, die immer am jeweiligen Lernstand der Betroffenen orientiert werden. Die Förderung der Konzentration, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Speicher- u. Merkfähigkeit findet kontinuierlich begleitend statt.
Das Erfahren der Lernfortschritte und die damit verknüpften Erfolgserlebnisse wirken sich positiv auf die Lernmotivation aus. In den Fokus rücken zunehmend die Stärken. Dieses führt allmählich zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls und führt auch innerhalb des familiären Umfeldes zu einer Entlastung.

Zu unserem Therapiekonzept gehört bei Kindern und Jugendlichen auch die Einbeziehung der Eltern. Dieses erfolgt durch unsere Elternberatungen und -seminare. Zusätzlich bieten wir die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Schule an.